Klimaschutz vor internationalen Gerichten

Der Klimawandel stellt eine existenzielle Herausforderung dar. In jüngster Zeit haben sich internationale Gerichte umfangreich und umfassend zu völkerrechtlichen Fragen des Klimawandels geäußert. In diesem Seminar wollen wir uns mit den wichtigsten dogmatischen Problemen, den Antworten verschiedener internationaler judizieller Akteure und den möglichen Folgen dieser Gutachten und Entscheidungen auseinandersetzen.

Eine Vorbesprechung wird am Mittwoch, 15.April 2026, um 16 Uhr c.t. in Raum HS VI (00 311) stattfinden.

Das Seminar soll als Blockseminar Anfang Juli stattfinden. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Themen

I. Klimaschutz und Rolle internationaler Gerichtsbarkeit

  1. Gerichtliche Konversation: Die Gutachten von ITLOS, IAGMR und IGH sowie die Urteile des EGMR zum Klimaschutz
  2. Welchen Beitrag zum Klimaschutz kann und soll internationale Gerichtsbarkeit leisten?
  3. Mögliche künftige zwischenstaatliche Verfahren aufgrund Verletzung völkerrechtlicher Pflichten zum Klimaschutz: Foren und prozessuale Fragen
  4. Die Rolle wissenschaftlicher Erkenntnisse in klima- und umweltvölkerrechtlichen Verfahren vor internationalen Gerichten und Tribunalen

II. Klimaschutz und Völkerrechtsquellen

  • 5. Die Funktionsweise und das Verhältnis völkerrechtlicher Klimaverträge
  • 6. Völkergewohnheitsrecht und allgemeine Rechtsprinzipien im völkerrechtlichen Umwelt- und Klimaschutz: Umfang, Grenzen, Wechselwirkung
  • 7. Das Verhältnis von Völkergewohnheitsrecht und völkerrechtlichen Klimaverträgen: Kollision, Spezialität oder Einklang?
  • 8. Das Prinzip der systemischen Integration und seine aktuelle und künftige Rolle im Klima- und Umweltvölkerrecht
  • 9. Verhaltens- und Ergebnispflichten im Klima- und Umweltvölkerrecht: Begriff, Abgrenzung, Umfang und Verhältnis

III. Klimaschutz und Staatenverantwortlichkeit

  • 10. Geteilte und gemeinsame Verantwortlichkeit in Klima- und Umweltfragen
  • 11. Kausalität im Rahmen völkerrechtlicher Verantwortlichkeit von Staaten für den Klimawandel
  • 12. Rechtsfolgen völkerrechtlicher Verantwortlichkeit für den Klimawandel: Voraussetzungen, Formen, Umfang und Grenzen von Wiedergutmachung

IV. Klimaschutz und Teilbereiche des Völkerrechts

  • 13. Klimaschutz und Menschenrechte: Menschenrechtsgerichtshöfe und menschenrechtliche Vertragsorgane als geeignete Foren und die Menschenrechte als geeignetes materielles Recht zur Verhandlung der Herausforderungen des Klimaschutzes?
  • 14. Klimaschutz und Seevölkerrecht: Steigende Meeresspiel, Seegrenzen und Staatlichkeit
  • 15. Klimaschutz und internationales Investitionsschutzrecht: Einschätzung der möglichen Folgen der zwischenstaatlichen Gutachten und Entscheidungen für die Praxis von Investitionstribunalen

Die Seminararbeit ist, soweit nicht anders mit der:dem Aufgabensteller:in vereinbart, in deutscher Sprache abzufassen und als Druckversion und in elektronischer Form abzugeben. Die Arbeit ist mit 7 cm Rand rechts zu versehen und 1 ½-zeilig in Schriftgröße 12 (Times New Roman) abzufassen (Fußnoten: Schriftgröße 10). Die Arbeit darf einen Umfang von 8.000 Wörtern (inkl. Fußnoten) nicht überschreiten.